Elektronische Arbeitszeiterfassung: Pro und Kontra

Viele Unternehmen installieren elektronische Systeme, mit denen sie die Anwesenheit von Mitarbeitern minutengenau erfassen. Dazu eignen sich zum Beispiel Terminals, an denen sich Beschäftigte beim Kommen und Gehen mittels Chipkarte oder PIN registrieren. Für ein solches System sprechen triftige Gründe, es gibt aber auch Nachteile.

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Dienstausweis mit Zeiterfassungs-Chip

Was für die genaue Zeiterfassung spricht

Ohne konkrete Arbeitszeiterfassung basiert die Erfüllung fixer Arbeitszeiten sowie das eigenhändige Aufschreiben geleisteter Arbeitsstunden auf Vertrauen. Viele Beschäftigte kommen dem gewissenhaft nach, manche betrügen aber. Sie verlassen frühzeitig den Dienst oder schreiben zu viele Arbeitsstunden auf. Mit einer elektronischen Zeiterfassung schützen sich Unternehmen vor diesen Betrugsfällen. Zudem sparen sie im Vergleich zu handschriftlichen oder per Excel generierten Unterlagen über die individuellen Arbeitszeiten viel Bürokratie: Mittels innovativer Erfassungstechnologie können sie die Arbeitsstunden und die Entgelte automatisiert abrechnen. Ebenfalls ein Vorteil: Arbeitgeber bieten ihren Beschäftigten eine vertrauenswürdige und detaillierte Dokumentation über die geleistete Arbeit. Arbeitnehmer können sich darauf verlassen, dass sie keine Minute umsonst arbeiten.

Die Nachteile dieser Systeme

Diesen vielen Vorteilen stehen aber Nachteile gegenüber. Erstens kostet die Anschaffung elektronischer Zeiterfassungssysteme Geld. Zweitens bezahlen Unternehmen Überstunden ab der ersten Minute. Schreiben Arbeitnehmer ihre Arbeitszeiten dagegen selbst auf, notieren sie Mehrarbeit in der Regel erst ab einer gewissen Zeitspanne. Es ist ihnen peinlich, fünf oder zehn Minuten extra aufzuschreiben. Drittens fühlen sich manche Beschäftigte mit einer elektronischen Arbeitszeiterfassung zu stark kontrolliert, sie würden ein größeres Vertrauen seitens der Arbeitgeber begrüßen.